| Hintergrund: Einordnung Nürnbergs als Familienfreundliche
Stadt: "Ein kranker Patient"
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Der Familienatlas 2005, der von Prognos in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium und der ZEIT erstellt wurde, liefert eine Bestandsaufnahme der Familienfreundlichkeit in Deutschland. Nürnberg ist in der Gruppe der „Singlestädte als biographische ,Durchlaufstation'“. In einigen Bereichen schneidet Nürnberg sehr gut ab, bei der Bildung ganz schlecht. Hervorgehoben: Nürnberg bietet gutes Beispiel für regionale Aktivitäten mit dem Bündnis für Familie.
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Nürnberg
in der Gruppe der „Singlestädte als biographische ,Durchlaufstation'“
In den meisten Städten dieser Gruppe lassen sich junge Menschen
gerne und gut (vor allem
akademisch) ausbilden und sammeln ihre ersten beruflichen Erfahrungen – ihre
Familie
aber gründen sie hier nicht. Nürnberg als kranker Patient Nürnberg ist laut dem 35-seitigen Bericht ein ziemlich kranker Patient. „Unter den bayerischen Städten steht Nürnberg bei der Familienfreundlichkeit relativ schlecht da", sagt der deutsche „Prognos" -Direktor Mathias Bucksteeg. „Wobei: Das Wort ,relativ' können Sie streichen." Die Defizite lägen in den Bereichen Bildung, Wohlstand und Sicherheit, begründet der „Familienatlas"-Co-Au-tor. „Dagegen hat die Stadt eine hervorragende Betreuungssituation. Es ist nur fast niemand da, dem sie sie anbieten kann." Es gehört mit 48 Städten zu „Gruppe E: Singlestädte als Durchlauf Stationen". Genau wie München, Karlsruhe, Braunschweig, Pinneberg oder Aachen. Die Natur dieser Gruppe: Dort konzentrieren sich Verwaltungs- und Dienstleistungszentren sowie Hochschulen. Beruf und Familie sind theoretisch gut vereinbar. Junge qualifizierte Menschen jedoch tauchen dort nur als „Nomaden" auf. Sobald sie eine Familie gründen, wandern sie ab. Die Durchschnittsmiete ist hoch, die Kriminalitätsrate auch. Beim Thema „Sicherheit" etwa wurde nur
die Kriminalität zu Grunde gelegt, die Kinder besonders traumatisiere:
die Zahl der Körperver-letzungs- und Einbruchsdelikte pro 100
000 Einwohner. Hier liegt Nürnberg auf dem schlechten Platz
411 von 439 (zum Vergleich: Landkreis Fürth Platz 41, Kategorie „Heile
Welt"). Bei der Quote der im Straßenverkehr verletzten
Kinder liegt es im unteren Mittelfeld. Und der Bevölkerungsanteil
der Kinder und Jugendlichen in Sozialhilfe ist mit 1,4 Prozent
(Platz 390) doppelt so hoch wie in München. Der Anteil der Familienhaushalte (dazu zählt
Prognos irritierenderweise alle Nicht-Single-Haus-halte) beträgt
52 Prozent (Bamberg:
79 Prozent); damit landet die Stadt auf Rang 414 von 439 in Deutschland.
Im hintersten Drittel liegt Nürnberg auch bei der Geburtenrate
und beim Anteil der Kinder und Jugendlichen an der Einwohnerzahl (15,7
Prozent). Zum Familienatlas 2005 Der Familienatlas 2005, der von Prognos in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium und der ZEIT erstellt wurde, liefert eine Bestandsaufnahme der Familienfreundlichkeit in Deutschland. Er klassifiziert alle 439 Kreise und kreisfreie Städte in Deutschland entlang von Regionengruppen mit gleichen ´Familienfreundlichkeitsprofilen´. Die acht identifizierten Regionentypen weisen jeweils ähnliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Familien auf. Insgesamt 16 Indikatoren sind in fünf Themenkategorien zusammengefasst: ´Demografie´, ´Betreuungsinfrastruktur´, ´Bildung & Arbeitsmarkt´, ´Vereinbarkeit von Familie & Beruf´ sowie ´Sicherheit & Wohlstand´. Ob in einer Region familienfreundliche Rahmenbedingungen existieren, hängt von dem Zusammenspiel der verschiedenen Indikatoren ab. Der Zusammenhang und die Kombination der Einzelindikatoren lassen Rückschlüsse auf die besonderen Bedingungen für Familien in den Regionen zu. Downloads: |
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