Kinder- und Familienstadt
Nürnberg
Präambel:
Familie ist überall, wo Kinder sind. Dass Familien
sich in einer Stadt wohlfühlen, ist entscheidend für
die Zukunftsfähigkeit einer Stadt. Nürnberg will eine
Stadt sein, in der das Miteinander von Jung und Alt gelingt, in
der sich Familien gut aufgehoben wissen.
Die bundesweite Anerkennung, die das Nürnberger Bündnis
für Familie als das erste seiner Art gefunden hat, macht uns einerseits
stolz, bedeutet andererseits auch Ansporn und Verpflichtung,
bei den Bemühungen um die Verbesserung der Lebenssituation von
Familien in unserer Stadt nicht nachzulassen.
Kinder machen Freude. Sie sind eine Bereicherung des Lebens – im
Privaten ebenso wie im Leben einer Stadt. Diese Überzeugung wollen
wir verbreiten. Familien finden unsere Anerkennung und unsere
Unterstützung.
Kinder sind Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft. Daher beteiligen
wir uns alle daran, eine „neue Kultur des Aufwachsens“ in
unserer Stadt zu gestalten: Wir alle haben das Ziel einer „Kinder-
und Familienstadt Nürnberg“.
- Wir beteiligen uns am Bündnis für Familie und
fördern die Mitwirkung und Beteiligung von Bürgern
und Bürgerinnen sowie Vereinen, Organisationen und Netzwerken
an Familien-Projekten in allen gesellschaftlichen Bereichen.
- Wir setzen uns ein für die Umsetzung der UN-Konvention über
die Rechte des Kindes und fördern die Beteiligung von Kindern
bei allen sie betreffenden Maßnahmen.
- Wir streben eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf an. In Betrieben
und im Öffentlichen Dienst wollen wir uns für familienfreundliche
Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Geschlechtergerechtigkeit
einsetzen.
- Wir bringen uns in die Nürnberger Stadt- und Stadtteilplanungen
ein, damit die Wohn- und Lebensbedürfnisse von Familien bereits
im Planungsprozess Berücksichtigung finden. Dies sind insbesondere:
ausreichend Wohnraum, gute und bedarfsgemäße Bildungs-,
Beratungs- und Betreuungsangebote sowie ein sicheres und kindgerechtes
Wohnumfeld. Bei der Abwägung verschiedener Interessenslagen muss
für ein Verständnis von Familien geworben und deren
Interessen Vorrang eingeräumt werden.
- In enger Zusammenarbeit mit allen Trägern von Kindertageseinrichtungen,
Tageseltern, den Schulen und betrieblich unterstützenden
Betreuungseinrichtungen wollen wir den Ausbau einer verlässlichen
und bedarfsgerechten Kindertagesbetreuung forcieren.
- Wir setzen uns für die gleichberechtigte soziale und kulturelle
Teilhabe von Familien ein, unabhängig von Sprache, Religion, Kultur
und Herkunft. Daher entwickeln und unterstützen wir integrative
und interkulturelle Maßnahmen und Aktivitäten.
- Jedes Kind soll in seiner Entwicklung von Anfang an gefördert
werden. Deshalb wollen wir auch die Erziehungskompetenz der
Eltern stärken.
- Familien soll die Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen
Leben erleichtert werden. Daher setzen wir uns für eine
familienfreundliche Angebots- und Preisgestaltung in allen von
uns vertretenen gesellschaftlichen Bereichen ein und verpflichten
uns, bei allen unseren Aktivitäten die Bedürfnisse von
Familien ausreichend zu berücksichtigen.
- Wir unterstützen das Zusammenleben der Generationen:
Wir wollen die Erfahrungen der älteren für jüngere Generationen
nutzen und wir wollen durch Prävention und Dienstleistungen zu
einem möglichst lange selbstbestimmten Leben alter und hochbetagter
Menschen beitragen.
- Kinder sind ein Beitrag zur Zukunft. Die wirtschaftlichen Lasten
der Elternverantwortung sind daher auf die Gesellschaft insgesamt
zu verteilen. Wir mischen uns daher aktiv zugunsten von Eltern und
Kindern in die öffentlichen Diskussionen um den Lasten- und Generationenausgleich
ein.
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Kinder brauchen im Grunde alle das Gleiche:
Liebe, Geborgenheit,
Unterstützung, Orte und Gelegenheiten, ihre Neugier, ihren Bewegungs-
und Forscherdrang ausleben zu können, sie brauchen gesunde
Mahlzeiten und einen Tagesablauf, der verbindliche Strukturen und
Freiräume gleichermaßen ermöglicht.
Dies sicherzustellen, ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es liegt
in der Verantwortung von (natürlich!) Eltern, von öffentlichen
Einrichtungen und Bildungsinstitutionen,
von Unternehmen und Organisationen und von jedem einzelnen
von uns.
Das kann sein Bürgerschaftliches Engagement für eine neue
Kultur des Aufwachsens:
Leseoma oder Technikopa im Kindergarten;
Hausaufgabenhelfer in
der Schule;
Nachbar, der das Kinderfahrrad repariert;
Familienpate, der das Kind während
des Arztbesuches betreut.
Aber auch:
Nachbarschaftshilfe;
Toleranz gegenüber Kindern (z.B. Kinderlärm als Teil der Zukunft,
als Zukunftsmusik begreifen);
Rücksichtnahme im Straßenverkehr (und sei es, als Vorbild an der
roten Ampel zu warten, obwohl kein Auto in Sicht ist). |