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Schlaumäuse in der Presse: Nürnberger Nachrichten vom 22.7.05

Die „Schlaumäuse“ sind los: PC hilft beim Spracherwerb

Pilotprojekt an Kindertagesstätten wird ausgeweitet — Kooperation mit Microsoft — Ein Baustein bei der Förderung
VON SILKE ROENNEFAHRT


Die „Schlaumäuse“ sind los: Die erfolgreiche Sprachförderung per Computer, die bislang an drei Kindertagesstätten erprobt wurde, wird jetzt auf elf weitere Einrichtungen ausgedehnt. Möglich macht das ein Kooperationsvertrag der Stadt mit der Firma Microsoft, die die Bildungsinitiative initiiert hat.


„Lolli“, der lustige Kobold, braucht Hilfe. Der freche Kerl sucht ein Wort, das so ähnlich klingt wie „Limo “. Ist das nun „Taxi“, „Oma“, „Auto“ oder „Brille“? Marco entscheidet sich für das letzte Angebot und liegt erst mal daneben. Dafür klappt die Sache im zweiten Anlauf schon viel besser. Zu „Baby“ passt „Taxi“ weiß der Sechsjährige, und auch seine Freunde Victoria und Lisa, die ihm über die Schulter schauen, haben das kapiert. Zur Belohnung klettert „Lolli“ auf seiner Leiter eine Stufe nach oben — und lobt die kleinen Computerspieler ausgiebig.
Sie sind bunt, sie sind lustig und sie machen Spaß, die elektronischen Spiele, die die Firma Microsoft unter dem Motto „Schlaumäuse“ in die Kindergärten bringt. Ganz nebenbei helfen sie auch noch beim Spracherwerb — und sind deshalb nach Ansicht von Pädagogen ein wichtiger Baustein für die Sprachförderung in den Kindertagesstätten.


Spielen am Computer begeistert. Foto: Michael Matejka
Ein Baustein, auf den vor allem Einrichtungen in sozialen Brennpunkten nicht mehr verzichten möchten. Im Kindergarten Herz Jesu in der Breitscheidstraße zum Beispiel kommen über 50 Prozent der Kinder aus Migrantenfamilien. Seit zwei Jahren sind dort die „Schlaumäuse“ am Werk, und die Leiterin der Einrichtung, Inge Roth, möchte das Projekt nicht mehr missen.
Untersuchungen der Schulamtsärzte hätten bestätigt, dass sich die Sprache der Kinder deutlich verbessert habe, so Roth.

Die Eltern, die anfangs durchaus Bedenken hatten, waren von der Arbeit so angetan, dass sie auf eigene Kosten weitere Computer anschafften.

Der PC sei kein Allheilmittel in der Sprachförderung, sagt Projektleiter Thilo Kraus von Microsoft. „Aber er ist eine sinnvolle Ergänzung.“ Bundesweit nehmen 200 Einrichtungen an dem Projekt teil, Schirmherrin ist Bundesfamilienministerin Renate Schmidt, weitere Partner sind Unicef und der Schulbuchverlag Cornelsen. Das pädagogische Konzept wurde von der Technischen Universität Berlin erarbeitet, die auch die Erfahrungen der Einrichtungen auswertet. In einer ersten Umfrage bewerteten Erzieher und 80 Prozent der Eltern die Arbeit positiv.

Auch der Nürnberger Sozialreferent Reiner Prölß ist angetan. Sprache sei der Schlüssel zur Bildung, sagt er. „Und mit Bildung muss man früh anfangen.“ Die Stadt könne solche Projekte allerdings nicht finanzieren und sei deshalb froh über das Engagement ihrer Partner. Um noch mehr Einrichtungen beteiligen zu können, sucht Microsoft Paten für einzelne Tagesstätten, so Norman Heidenreich, Director Government Relations.

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Kontakt: Reiner Seitz vom Stab Familie im Sozialreferat, Telefon (0911) 2317357
 
Copyright (c)2005 Verlag Nürnberger Presse, Ausgabe 22.07.2005
 

 

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