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  Meinungen zum Nürnberger Bündnis für Familie
   
  Gäste der Auftaktveranstaltung am 23.07.2001 wurden durch das Presseamt der Stadt Nürnberg interviewt:
   
 
1. Welche Erwartungen haben Sie an das Bündnis für Familie?
2. Wie können Sie sich vorstellen das Bündnis für Familie zu unterstützen?
   
   
 
     
  Theo Kellerer,
Stadtdekan der katholischen Kirche in Nürnberg
  „Heute ist von großen und von kleinen Netzen gesprochen worden. Ich selber habe viel mit den kleinen Netzen zu tun. Als Pfarrer komme ich viel mit den Problemfamilien zusammen, mit Familien, die auseinander gebrochen sind. Hier sind wir vor allem menschlich gefordert. Ich möchte das Bündnis dort unterstützen, wo ich sein kann und wo ich mich positiv einbringen kann. Vor allem möchte ich mich dafür einsetzen, neue Ideen voranzubringen.“
     
  Renate Schmidt,
stellvertretende Vorsitzende der SPD Deutschlands
  „Ich hoffe, dass die Stadt Nürnberg und alle Verantwortlichen die Möglichkeit nutzen, Nürnberg als eine familienfreundliche Stadt zu präsentieren, d.h. auf die Bedürfnisse der Familien hier in Nürnberg auch tatsächlich einzugehen. Ich bin Familienpolitikerin, ich kümmere mich auf Bundesebene um Familienpolitik, deshalb kann ich Ideen beitragen. Ich bin nicht vor Ort aktiv und bin nicht Mitglied des Stadtrats und kann sicherlich in diesem Zusammenhang nicht sehr viel tun, aber ich kann eine Menge Ideen dazu beisteuern.“
     
  Ingrid Wiesenmüller,
1. Vorsitzende des Deutschen Kinderschutzbundes Nürnberg
  „Ich erhoffe mir in allen Bereichen Verbesserungen für die Situation unserer Familien und Kinder. Wir unterstützen das „Bündnis für Familie“ bereits durch Kooperation. Wir bieten Elternkurse an und möchten die Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen.“
     
  Barbara Straub,
Vorsitzende des Elternbeirats der
Kindertagesstätte Kerschensteinerstraße
  „Ich hoffe, dass vor allem im Bereich der Kindertagesstätten mehr Unterstützung der Stadt kommt, etwa bei der Ausstattung im Bürobereich. Bei uns wurde ganz akut ein Kopierer benötigt. Von städtischer Seite aus war es nicht möglich, dafür Mittel zu bewilligen, so dass das auf den Schultern der Eltern ausgetragen werden musste.“
     
  Dekan Michael Bammessel
Stadtdekan der Evang.-Luth. Kirche in Nürnberg
  „Ich hoffe, dass viele Kräfte zusammenwirken, die für Familien etwas tun wollen. Es gibt viele einzelne Organisationen, wie etwa die Kirchen, die sich für Familien einsetzen. Aber wir können mehr erreichen, wenn wir zusammenhelfen. Wir haben in der Kirche selber viele Angebotsformen für Kinder, Eltern und Familien, die wir einbringen können. Wir lassen uns auch gerne von anderen anregen, wie wir unsere eigene Arbeit noch verbessern können.“
     
  Utz Ulrich,
Stadtrat der FDP
  „Ich freue mich sehr, heute abend hier zu sein. Ich bin absolut gespannt. Ich habe keine Erwartungen, außer dass in Nürnberg mehr für die Familien geschieht als bisher. Ich werde alle vernünftigen Anträge unterstützen, alle unvernünftigen vorsichtig ausreden und mir überlegen, wie man das Ganze voranbringen kann.“
     
  Renate Tandler,
Stadträtin der CSU, Vorsitzende der Kinderkommission
  „Vom Bündnis für Familie erwarte ich eine Verbesserung der Lebenssituation von Familien in Nürnberg. Familie sowie Kinder und Jugendliche, aber auch Ältere, sollen sich wohlfühlen können. Hierbei ist es insbesondere wichtig, dass Kinder in der Gesellschaft besser akzeptiert werden. Dies ist auch ein erklärtes Ziel der Kinderkommission. Kinder und Jugendliche müssen in ihrer Entwicklung gefördert und gestärkt, wo nötig, auch unterstützt werden. Familien sollen frühzeitig Beratung und Hilfen erhalten. Daher ist mir das Handlungsfeld Kampagne Erziehung auch besonders wichtig. Als Vorsitzende der Kinderkommission höre ich bei den Kinderversammlungen im gesamten Stadtgebiet die Nöte und Probleme unserer Jüngsten. Die Anregungen der Kinder werden von mir sehr ernst genommen. Es konnten bereits zahlreiche Verbesserungen erreicht werden, zum Beispiel sicherer Schulweg, Tempo 30 vor bestimmten Schulen, Verbesserungen von Spielangeboten, Öffnung der Schulhöfe. All dies hilft dazu, ein positiveres Klima für Kinder zu schaffen. Auch durch meine berufliche Tätigkeit als Kriminalbeamtin / Drogenprävention habe ich mit den unterschiedlichsten Lebenssituationen und Lebensbedingungen in Familien Kontakt, stelle Benachteiligungen fest. Ich setze mich daher für verbesserte Hilfsangebote ein, die niedrigschwellig sein müssen und hoffe, dass so Benachteiligungen abgebaut werden können. Für mich liegen die Schwerpunkte in der Förderung von Familien und der Kampagne Erziehung.“
     
  Gebhard Schönfelder,
Vorsitzender der SPD Stadtratsfraktion
  „Viele realisierbare Ideen, die das Miteinander der Generationen und verschiedenen Lebensmodellen erleichtern und die Vereinbarkeit von Haushalten mit Kindern mit dem Beruf ermöglichen. Ich erhoffe mir davon: ein kinderfreundlicheres Klima in Nachbarschaften, Verwaltungen – ja, in der ganzen Stadt. Ich wünsche mir keine Abwertung durch das Bündnis für Familie für die, die sich für eine andere Lebensform entschieden haben, ob Alleinstehend, mit und ohne Kinder oder als Partnerschaft mit und ohne Kinder, ohne das Plazet des Staates. Mein bisheriges Verhalten und Agieren ohne viel Aufhebens fortsetzen. Tolerant gegenüber allen individuellen Lebensformen und Lebensgemeinschaften sein und gezielt über mein ehrenamtliches Engagement als Vorsitzender des Kinderhaus Nürnberg e. V. zeitgerechte Problemlösungen anbieten, die im oben beschriebenem Sinne wirken. Voraussetzung dafür ist, dass sich einiges in den Köpfen der gesellschaftlichen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft ändert – sie haben Vorbildfunktion und sollten viele einfache Problemlösungen, die nicht neu erfunden werden müssen, sondern auf der Hand liegen, auch finanzieren.“
     
  Peter Wülk,
Direktor des Arbeitsamtes Nürnberg
  „Eines unserer Ziele ist es, zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt beizutragen. Das bedeutet in erster Linie Beschäftigungsmöglichkeiten erschließen. Hier erhoffe ich mir die Unterstützung des Bündnisses für Familie, um insbesondere Frauen mit familiären Bindungen mehr Teilzeitarbeitsplätze, mit mehr Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung, anbieten zu können. Die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit ist für Frauen und Männer eine Herausforderung. Das Arbeitsamt Nürnberg wird im Rahmen der Arbeitsmarktpolitik seinen Beitrag dazu leisten und spezielle Frauenfördermaßnahmen weiter ausbauen.“
     
  Heinrich Mosler,
Präsident der Handwerkskammer für Mittelfranken
  „Wir erwarten Antworten auf die Herausforderungen, wie sich Familie und Beruf in Zukunft besser vereinbaren lassen. Wir haben im Handwerk hervorragend ausgebildete Frauen und wir können es uns auch wirtschaftlich nicht leisten, diese Kompetenzen dauerhaft auszugrenzen. Weiter müssen wir auf die neuen Familienformen reagieren, Stichwort allein Erziehende d.h. Betreuungsangebote sind den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen.
   
1. Wir werden das Thema mit den Vereinen unserer Meisterfrauen diskutieren.
2. Wir planen in der Handwerkskammer eine Umfrage, welche Wünsche und Bedürfnisse bei unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorhanden sind, um im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf Verbesserungen schaffen zu können, Stichwort Kinderbetreuung, flexible Arbeitszeit.
3. Wir wollen in der Kammer eine Veranstaltung zum Thema Bündnis für Familie durchführen.“